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Mord in Genf

Liebe Leserinnen und Leser!

Ein unerwarteter Fund bringt Unruhe in das beschauliche Leben von drei älteren Damen.
Bei dem Fund handelt es sich um ein Buch, das vor fast 25 Jahren von einem jungen Mann geschrieben wurde.
Das Werk eines Wichtigtuers?
Eines Aufschneiders?
Oder der Versuch eines jungen Mannes, traumatische Ereignisse zu verarbeiten?
Oder die besondere Form, eine Lebensversicherung abzuschließen?
Oder alles zusammen?

In meinem Krimi Mord in Genf ziehe ich den Leser in die Zeit des Kalten Krieges und lasse Opfer zu Tätern, Täter zu Opfern werden. Was ist Fiktion, was ist Realität?

Die Zeit des Kalten Krieges ist mir, wie bestimmt vielen Menschen, in bleibender Erinnerung geblieben. Begriffe wie »Eiserner Vorhang«, »Die Zone« werden viele noch kennen. Mir kam die Erinnerung an ein persönliches Erlebnis. Auch meine Familie wurde nach dem Krieg zerrissen. Eine Schwester meiner Mutter blieb im Osten. Zu Weihnachten schickte meine Mutter ihr ein Päckchen. Kaffee, Schokolade, Apfelsinen und weil meine Tante Mutter geworden war, Dentinox für das zahnende Kind. Wochen später kam das Päckchen wieder bei meinen Eltern an. Es wurde zurückgeschickt. Der Kaffee fehlte, die Apfelsinen waren verschimmelt und in einem Begleitschreiben wurden meine Eltern darüber in Kenntnis gesetzt, dass es verboten sei, Arzneimittel in die Deutsche Demokratische Republik zu versenden. Ich sehe meine Mutter noch weinend vor mir, wie sie immer wieder schluchzte: »Das ist doch kein Arzneimittel, es ist nur Dentinox!«

Später kam ein Brief meiner »Tante aus der Zone«. Sie teilte meiner Mutter, ihrer Schwester mit, dass diese bitte keine Päckchen mehr schicken sollte. Auch, dass sie keine Post mehr erhalten wollte. »Westkontakte« waren nicht erwünscht.

Diese ganz persönlichen Erlebnisse schwangen natürlich auch mit, als vor 25 Jahren die Meldung über einen Mord in Genf um die Welt ging. In den vergangenen 25 Jahren sind mir die unterschiedlichsten Menschen begegnet. Merkwürdiger Weise musste ich feststellen, dass, wenn die Sprache auf diesen Mord kam, hinter vorgehaltener Hand gesagt wurde »Ich glaube, das war ein Mord!«

Glauben ist nicht Wissen! Aber es ist erstaunlich, dass der Glaube an den gesunden Menschenverstand diese Aussage, hinter vorgehaltener Hand, möglich machte.

Meine Recherchen zu diesem Krimi haben mich auf viele Seiten geführt. Gerne hätte ich mehr geschrieben, hätte mich stärker mit der gesetzlich vorgeschriebenen Dopingmitteln für die Leistungssportler auseinander gesetzt. Mit den Zwangsadoptionen. Die Zwangsenteignungen stärker eingebunden. Die unzähligen Opfer mögen mir verzeihen, dass ich quasi nur am Rande auf sie aufmerksam mache.

Auch auf die Opfer, die durch gezielte Diffamierungen um ihre Reputation gebracht wurden. Es gab ein Studienfach »Zersetzung«, in dem die angehenden Mitarbeiter des MfS die »Feinheiten« dieser menschenverachtenden Strategie in allen Variationen erlernt hatten. Es war sogar möglich, in diesem Fach zu promovieren. Dass diese Mittel der Zersetzung nicht nur im eigenen Land eingesetzt wurden, sondern auch in »Feindesland«, denn das war die BRD, haben viele am eigenen Leib erfahren müssen. Und es gibt Familien, die heute noch um ihre Reputation kämpfen. Persönlich bin ich nicht bereit, das Tuch des Vergessens über diese Zeit zu legen. Sie ist immer noch nicht aufgearbeitet worden. Und manchmal erscheint es mir so, als würde dieser Kalte Krieg noch immer irgendwo und irgendwie toben.

Ich habe einen Krimi geschrieben und lasse zu Anfang eine Protagonistin sagen:
… »Es ist doch nur ein Krimi. Du könntest auf den letzten Seiten ein UFO im Genfer See versinken lassen! Was soll denn passieren? Schreib einfach: Das ist ein Krimi, in dem fast alles frei erfunden ist!« …

Es kann so gewesen sein, oder auch anders. Was es für mich war, ist allerdings eindeutig und ich sage, ohne meine Hand vor den Mund zu halten:
Es war Mord!
Es war ein feiger Mord.
Dem Rufmord folgte.
Den Rufmord bis heute begleitet!

Liebe Leserinnen und Leser, ich werde in der nächsten Zeit nicht erreichbar sein. Ein Kuraufenthalt steht mir bevor und im Anschluss werde ich die Wintermonate in wärmeren Gefilden verbringen. Wenn Sie Fragen zu dem Krimi haben, wenden Sie sich bitte an die Pressesprecherin von »Ein Buch lesen!«

Vielen Dank

Ihre Tuna v.B.

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Der Krimi ist unter der ISBN 978-3-8482-2545-3 überall im gut geführten Buchhandel erhältlich und kostet 12,90 Euro.

Die Handlung in diesem Buch ist fiktiv, die Namen frei erfunden.
Covergestaltung: www.entwurf-satz-druck.de
Grete C. Söcker, Emden
Foto Grenzpfeiler: Karl-Heinz Laube, Gotha. Vielen Dank1